Kleiner Nachschlag zu "Rezension" von Heinmück am 19.01.2009

EgonK. @, Mittwoch, 18. Februar 2009, 12:33 (vor 3531 Tagen)

Da ich erst jetzt auf dieses sehr interessante Forum gestoßen bin, mich durch gelesen habe, sei mir eine kleine Anmerkung erlaubt:

Sehr geehrter Herr Kaufmann alias Heinmück,

Ihre Rezension paßt irgendwie nicht zu Ihrer Biographie. Ich gestehe, ich kannte den „Schriftsteller Walter Kaufmann“, den uns „Mike40“ in diesem Forum nahe bringen wollte, bisher nicht. Also habe ich mich sachkundig gemacht. Ist ja kein Problem und geht heute Dank Internet sehr schnell. Ihr wechselvoller Lebensweg widerspricht den in der Rezension dargestellten Fakten. Darum glaube ich nicht, daß Ihr ehrenwerter Name und der des Schreibers „Heinmück“ eine Person sind. Ein Beispiel:

Zitat Anfang:

Auch meine bessere Hälfte und ich gehörten zum seefahrenden DSR-Personal, jedoch zu keiner Zeit weder haupt- noch nebenberuflich zu irgendwelchen Sicherheitsorganen. Leider war unsere Fahrenszeit erheblich kürzer als die des Funkers Felix. Auch wir wären gerne noch einige Jahre zur See gefahren. Hat leider nicht alles so geklappt, wie wir uns das vorstellten.

Zitat Ende

Das verstehe ich nicht. Sie und Ihre Frau hatten, als Sie 1956 in die DDR kamen, einen australischen Paß, den Sie heute noch besitzen, wie zu lesen ist. Sie konnten also mit Ihrer Frau reisen, wohin und wann immer sie wollten. Für Sie gab es keine „gut bewachte Staatsgrenze“ der ehemaligen DDR. Gut, Sie sind bis Ende der 50-er Jahre dann auch bei der DSR zur See gefahren. Vornehmlich nach Südamerika, wie ich lesen konnte. Aber Sie hätten auch nach Belieben weiter fahren können. Ihr Lebensinhalt war aber schon damals die Arbeit als Schriftsteller, als Sie sich in Ostberlin niedergelassen haben.

Offenbar hat das Pseudonym „Heinmück“ nicht mehr zusammen mit seiner Frau bei der DSR zur See fahren können, wie er schreibt. Wäre das auf Verlangen der Sicherheitsorgane der ehemaligen DDR unterbunden worden, garantiert hätte „Heinmück“ davon berichtet. Wäre es ein persönlicher, familiärer Grund, hätte er auch davon berichten können und wäre anonym geblieben. Es gab viele Ehepaare, die gemeinsam auf den Schiffen der DSR gefahren sind und ihren Dienst versehen haben. Was war es dann, was „Heinmück“ und seine „bessere Hälfte“ daran gehindert hat, noch einige Jahre gemeinsam zur See zu fahren? Nur einem Dienstgrad wurde von der betrieblichen Leitung der DSR nicht gestattet, gemeinsam mit seiner Frau auf Schiffen Dienst zu tun: Dem Kapitän. Deshalb gab es auch Fälle, in denen nautische Offiziere lieber Erster Offizier geblieben sind, damit die Ehefrau als Stewardeß oder Oberstewardeß mit ihm gemeinsam weiter fahren konnte. Auch Köche sind gemeinsam mit ihrer „besseren Hälfte“ bei der DSR zur See gefahren, die dann als Oberstewardeß oder Stewardeß an Bord gearbeitet haben. Auch die Verbindungen Köchin/Bootsmann oder Oberstewardeß/Storekeeper hat es gegeben, die gemeinsam als Ehepaare zur See gefahren sind. Soweit die Hintergründe.

Zitat Anfang:

Wir wären auch nie auf die Idee gekommen, unserer Heimat den Rücken zu kehren. Ist schon schizophren: Jahre später hat sie uns verlassen. Aber trotz dieser vermeintlich persönlichen Nachteile, wir hegen weder Haß noch kennen wir unsere "Stasiakten". Und sicherlich wäre es sinnvoller gewesen, selbst die Republik auf einen neuen Kurs zu bringen, als uns ein altes und verkommenes System überstülpen zu lassen.

Zitat Ende!

Auch beim Lesen dieser Zeilen überkommen mich Bauchschmerzen. Sie hatten einen australischen Paß mit Wohnsitz in der DDR, Herr Kaufmann. Und waren schon aus diesem Grunde ein Risiko für die DDR-Sicherheits-Behörden, die Sie ja auch durch Ihre Schriftstellerkollegin Christa Wolf bis 1989 bespitzeln ließ, wie ich in Ihrer Biographie im Internet lesen konnte. Nach 1990 haben Sie sich der Akten der Gauck-Behörde und später der Birthler-Behörde für Ihre schriftstellerische Arbeit bedient. Das macht wohl kaum ein Schriftsteller, der sich „ein altes und verkommenes System überstülpen“ lassen mußte.

Also, „Heinmück“, von jetzt ab werde ich Sie so nennen, denn Walter Kaufmann sind sie nicht, Sie sind ein ganz mieser Zeitgenosse, der sich feige hinter dem in der DDR wegen seiner Reisebeschreibungen sehr beliebten Schriftsteller Walter Kaufmann versteckt. Daß Sie diesen Namen benutzen, zeigt mir, wessen Geistes Kind Sie sind, „Heinmück“. Ohne Achtung vor dem wahrlich nicht leichten Lebensweg von Walter Kaufmann schieben Sie diesen heute 85-jährigen Mann vor, um sich zu profilieren. Sie sollten sich schämen. Und in Zukunft lieber den Mund halten, egal, hinter welchem Pseudonym sie sich verstecken. Auch wenn Sie im Gästebuch von DSR Seeleute e.V. von sich behaupten, sich nicht schämen zu müssen. Wer sich hinter dem Namen und dem Beruf eines Menschen, dessen Adoptiveltern und dessen leibliche Mutter wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nazis im KZ umgebracht worden sind, versteckt, hat einen ganz, ganz fiesen Charakter und sollte vor Scham im Erdboden versinken.

Das meint EgonK., dessen e-Mail-Adresse beim Betreiber dieser Homepage hinterlegt ist.


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