Rezension

Seemanns-Braut, Montag, 19. Januar 2009, 16:39 (vor 3561 Tagen) @ Heinmück
bearbeitet von admin, Mittwoch, 21. Januar 2009, 15:18

Hallo Herr Kaufmann,
Ihre Rezension hat mich betroffen gemacht!
Auch die Opfer heutiger Geheimdienste werden eher zynisch, böse oder überzeichnend über ihre Erfahrungen berichten als abgeklärt, ruhig und die Täter entschuldigend...oder?
Hätte der Autor einleitend behauptet, er schriebe jetzt mal, sich liebevoll erinnernd, seine Memoiren und hätte dann so vom Leder gezogen, wie er es eben tat, dann hätten Sie wirklich was neues und allen Lesern erklärenswertes entdeckt.
Vielleicht hat Felix, so wie Sie und ich, das Land, den Job, die Menschen in der DDR auch ein wenig geliebt und war dann bitter enttäuscht... auch über die Alternative BRD, die ja so richtig keine ist...
In der DDR war manches besser (?), manches aber auch nicht (?).
Nach der Lektüre des HAI muss man wohl bei der Zuordnung des Themas " DSR und Stasi" nicht weiter raten.
Ich denke, Sie vermischen hier Dinge, die nicht zueinander gehören!!
STASI ist doch, vor allem nach dem Bankenbankrotten und Politikerwortbrüchen der Gegenwart, für viele Wessis und Schleim-Ossis die einzig verbliebene Ausrede ( Legitimation )über ein System zu reden, dass sie nicht kennen. Die doch zumeist nur plakativ geführte Stasi-Diskussion hilft denen jedoch vieles, das bewahrenswert gewesen wäre ( und manchmal nun wieder "neu erfunden" wird )
zu diskredtieren. Mittel zum Zweck, Marktaufteilung, mehr nicht!
Das hat mit den mehr oder weniger traumatischen Erlebnissen der Stasi-Opfer überhaupt nichts zu tun.
Außer bei Felix ( und Frau Dr. Budde ) steht sonst kaum was zum Thema "DSR und Stasi" geschrieben. Was bliebe von unserer Seefahrt: Eine Seefahrt, die war lustig!?
Ich teile Ihren Unmut ( die Illussionslosigkeit ) bzgl. unseres heutigen Systems voll und ganz. Nur käme ich nie auf den Gedanken den Funker Felix dafür zu verprügeln.
Ich hatte soviel Glück wie Sie... deshalb haben mich meine Stasi-Akten auch nicht interessiert. Der "Nachteil" war, ich mußte mir für die BRAUT zwei Stasi-Geschichten borgen... Freuen wir uns also darüber, dass wir allen Sarkasmus, allen Zynismus, alle Wut auf die Gegenwart verwenden dürfen...
In diesem Sinne
Ahoi und dass alles klar bleiben möge, vorn und achtern!
Berndt Gückel


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