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Mit dem Bus durch die Anden Drucken

BOLIVAR - CUENCA ... und sogar zurück!
"Diesen Hafentörn unternehme ich was Vernünftiges" beschließt der III. Offizier vom THEODOR KÖRNER, als auf der Back der Anker aus der Klüse rauscht, ins schlammige Wasser des Rio Jambeli.
"17.9.79 00.40 Uhr – Fall Anker Reede Puerto Bolivar/Ecuador, Ende der Seereise." Letzteres rot unterstrichen. So weist es das Brückenbuch aus.

Puerto Bolivar und die nahegelegene Kreisstadt Machala ziehen uns nicht mehr sonderlich an Land. Wir alle von der Bananenfahrt kennen diesen Küstenstrich von vielen Reisen. Das dahinter liegende Ecuador kannten wir bislang noch nicht.
27 LKW W50 und eine Strassenkehrmaschine gleichen Fabrikats sind an die Pier zu setzen. Nach dem Löschen müssen 211.000 Bananenkartons auf den Schultern in die Kühlluken getragen werden. Uns bleibt ein wenig Zeit.
Ralph rüstet zur Anden-Expedition. Er chartert für ein Team seine Ehe- und Lieblingsfrau Tine, die er gerade mitführt, überzeugt Stewardess Sandra und bequatscht dann auch mich.
Die geringfügigen Vorbereitungen des Unternehmens bestehen in der Beschaffung der mündlichen Genehmigung unseres Kapitäns und in der schriftlichen, gebührenpflichtigen der Behörde der Hafenstadt. Durch einen behördlichen Stempel verziert, berechtigt unser Seefahrtsbuch nun auch zum Befahren der Berge.
Endlich finde ich in Machala die sehr ehrenwerte "Cooperativa Sucre". Dieses Busunternehmen bedient die Strecke Machala – Cuenca; oder besser, es versucht sich darin.
"Cuatro boletos por favor, senora! Für manana früh um achte nach Cuenca." Tine und Sandra packen indessen an Bord eine fachmännisch ausgetüftelte Expeditions-Ausrüstung zusammen:
Handtuch, Seife, Zahnbürste, zwei Rostocker Mischbrote, eine harte Wurst, eine Büchse Rindfleisch, 20 Äpfel, Bier, Selters, roten Sekt und warme Pullover.
Am Hafen bekniee ich die Bootsfahrer inbrünstig, uns um Gotteswillen morgen früh pünktlich auf Reede vom Schiff zu holen, weil wir doch manana um achte nach Cuenca wollen. Die Amigos holen uns überpünktlich, bekommen dafür noch Frühstück an Bord und wir in Machala unseren Bus. Eine böse Schüttel, aber schön bunt und reich verziert. Die Schiebefenster lassen sich mit mittleren Kraftaufwand öffnen. Das freut uns, denn es ist schon morgens bärisch warm. Dann später lassen sie sich auch mit Gewalt nicht mehr schließen. Das grämt uns, denn in den Wolken wird es grimmig kalt.
Wir scheppern auf schlechter Straße von einem Kontrollposten zum anderen, durch ebenes Gelände mit Zuckerrohr- und kilometerlangen Bananenplantagen.
Gewaltige Berge rücken an. An der Zapfsäule der Tankstelle rechne ich die Sucre per Gallone in Mark pro Liter um: acht Pfg. krieg ich raus!
Solcherart betankt geht es bergan, hinauf in die Anden Ecuadors. Den Kopf im Nacken staunen wir bergauf.
Wir bedauern unsere mitgebrachten W50-LKW.
Alle Plätze im anfangs leeren Bus sind nun besetzt. Jeder wird mitgenommen, der dies am Straßenrand begehrt. Auf unzähligen Schnörkeln und Windungen, der nun guten, aber nicht breiten Strasse, schraubt sich der Bus – einem Segelflugzeug gleich – hinauf zu den Gipfelpässen in den Wolken.
Eine faszinierende Bergwelt umgibt uns. Ständig wechseln die Bilder. Die Indios hüllen sich bis zu den Ohren in ihre Ponchos. Den freibleibenden Rest bedeckt der Hut. Wir ziehen unsere Pullover über. Es wird kalt. Die Fenster schließen nicht. Zwei kleine schwarzhaarige Indiomädchen sitzen schon stundenlang bei ihrer Mutti. Ein drittes, im Säuglingsalter hält sie auf dem Arm. Es lacht uns über ihre Schulter hinweg mit seinen dunklen Augen unablässig an. Auch der Säugling wird nun in einen Mini-Poncho gehüllt. Die Füsschen bleiben barfuss. Seine zweijährige Schwester spielt schon stundenlang mit einem 5-Sucre-Schein. Der Säugling wird unruhig. Er bekommt die Brust, bricht die Milch wieder aus und lacht weiter, mit sabbernden Mündchen. Im schlingernden Bus kämpfen viele Passagiere mit der Übelkeit. Der Beifahrer verteilt lächelnd Tüten. Eine Indiofrau auf der letzten Bank schickt sich zum Sterben an. Der Gatte unterstützt sie dabei. Der Hut sitzt ganz schief auf ihr.
Die Serpentinen nehmen kein Ende. Uns geht es gut. Tage vorher schüttelte uns auf dem Atlantik der Hurrikan "Gloria" durch. Wir brauchen keine Tüte, muchas gracias!

Endlich wird angehalten. In einem Dorf hoch über den Wolken. "RESTAURANTE" lesen wir an der ärmlichen Indiohütte, auf deren lehmigen Vorplatz geparkt und gepullert wird. Der Motor - und wie wohltuend – das entsetzliche Autoradio werden abgestellt. Wir sind schon taub. Stundenlang hämmerten uns zwei bullige Lautsprecher in "life"-Übertragung das nicht entstörte Geprassel der Motorelektronik in die Ohren. Lediglich bei günstiger Hanglage des Busses schimmerten kreischend die Fetzen südamerikanischen Sambas daraus hervor.
Die nun entstandene geräuschmäßige Marktlücke schließen aber, wie schon bei den Passkontrollstellen, über uns hereinbrechende "Mitropakellner". Beschmuddelte, schwarzhaarige Kinder und Frauen, jonglieren im Mittelgang des Busses zwischen Aus- und Zusteigern mit Tabletts, Schüsseln und Körben, lobpreisen ihre Melonen, den Puffmais oder Schaschlik. Grüne, gedünstete Maiskolben finden hier Käufer. Die Indios picken die Körner wie Hühner daran ab.

Sofort neben der aufgehenden Bustür hocken die gnubbeligen Indiofrauen inmitten ihrer umfangreichen, ausgebreiteten Maxiröcke nieder. Nach dem Aufstehen bleibt ein nasser Fleck im Lehm. Tine und Sandra in Jeans beneiden die Frauen und sondieren ihrerseits nach geeigneten Plätzchen das Terrain. An Backbord geht es steil hoch hinauf. Im Abgrund an Steuerbord quellen die Wolken. Vielleicht gibt es hier auch Schlangen?! Wir sollten im Bus kein Bier mehr trinken!

Bis unter die Gipfel der Viertausender ist die Landschaft bewachsen. Auch auf kleinsten Plateaus kleben ärmliche Hütten der Indios. Sie rauchen aus allen Dachspalten. Die dazugehörigen Felder mit Mais, Gerste, Melonen und Kartoffeln sind oft steil wie ein Kirchturmdach. Jeder nur mögliche Quadratmeter ist bewirtschaftet. Den heranreifenden Melonen legt der Bauer Steine unter. Sie würden sonst tausend Meter ins Tal kugeln. Von der Kaufmannshütte an der Straße oder dem Dörfchen im Tal sind es Tagesmärsche die riesigen Hänge hinauf zu den am Berg verstreuten Gehöften. Wir bedauern die Kollegen des Postzustelldienstes.
Die Bergbauern plagen sich fürchterlich! Ein kleines Indio-Mädchen mit Zopf und Hut zerrt einen bepackten, missmutigen Esel die Straße bergan. Vom enorm abschüssigen Acker werden drei Säcke Ernte auf einem Pferd herabgelassen. Die Frau führt das Tier am Zaum, der Bauer fungiert achtern als Bremser. Den Pferdeschweif um die Fäuste gewunden, stemmt er die Hacken in den glitschigen Boden.
Wir fahren weiter. Regenwolken kriechen aus den Tälern zu uns herauf. Es wird neblig, nass und noch kälter. Die Fahrer sehen 30 Meter, der Bus macht 80 Sachen. Es geht nicht mehr so steil bergan. Am Strassenrand wippen Bündel aus Knüppelholz bergauf. Als sie an unseren Fenstern vorbei wackeln, erkennen wir Indio-Frauen darunter. Tief gebeugt trotten sie barfüßig mit riesigen Lasten durch die Berge.
Der Bus seilt sich nach Cuenca ab. Hinter der Brücke eines Wildbaches legt er nach achtstündiger Bergschlacht beim Büro seiner Gesellschaft an. Wir kaufen für morgen vier Rückfahrkarten. Der Hunger stellt sich ein, später auch wieder das Gehör. Wir erholen uns im Gras am Ufer des Wildbaches und essen von der Wurst und dem Rostocker Mischbrot. Uns ist kalt. Wir mieten für die Nacht ein billiges Hotel und investieren die ersparten Übernachtungskosten in ein gepflegtes Nachtmahl im teureren Hotel um die Ecke. Die wohlklingenden Namen der Vorsuppen kommen uns allesamt spanisch vor. Ich radebreche unsere Menüs zusammen. Wir tippen auf die Spalten 1 und 4 und bekommen etwa vier halbe Eimer Zwiebelsuppe und Knorr-Brühe. Dann ein Kringel mit Butter. Alle sind satt. Nun aber kommen die anderen bestellten Kleinigkeiten. Der ohnehin schon gesättigten Sandra serviert man ein Rinderviertel mit Champignons. Ich kämpfe gegen ein "Tibone Steak" von der Größe eines viertel Morgens.
Tine, die Ahrenshooper Gemeindeschwester, hebt die Zähne an und macht Alarm! Sie wurde in einer gewürz-sterilen Küche eines Fischlandkatens großgefüttert. Ihre sofort allergisch reagierenden, original-mecklenburgisch justierten Geschmacksknospen haben Knoblauch signalisiert! Sie beschimpft bei der Gelegenheit die "Katholschen", die nach ihrer Meinung diese entsetzliche Knolle in die Welt und neuerdings sogar schon bis auf's Fischland gebracht haben.

Morgens schlendern wir durch das bunte Treiben der erwachenden Stadt, zwängen die Kathedrale von Cuenca in den Sucher der "Praktica", fotografieren im Stadtpark und die Indios auf ihren Märkten, inmitten bunter Ponchos, Decken, Hüte, hinter Melonen-, Apfelsinen- und Kartoffelhaufen, auf Mais- und Bohnensäcken. Wir bedauern die mitgebrachte Straßenkehrmaschine, falls das ihr künftiges Revier werden sollte.
Ralph fährt einen geschäftsinteressierten Schuhputzer an. Der kleine Kerl guckt bedeppert. Was kann er denn dafür, dass die "Blendax" dieses Senors als Filmreißwolf arbeitet?
"Ralle" hat sein Fotogeschirr klariert. Gleich darauf kommen ihm aber Zweifel, ob er nicht den gestern in den Bergen belichteten Film heute nochmals an seinen Reißwolf verfüttert. Für diese Unklarheiten wird Tine verantwortlich gehalten. Die schon gestiegenen Geschäftsaussichten des kleinen Schuhputzers verschlechtern sich wieder. Dabei wäre es für den Jungen gewiss profitabler, wenn er um diese Morgenstunde, statt im Stadtpark Schucreme aus den Tuben, in der Schule eine Bank drücken könnte. Ein leerer Bauch studiert halt nicht gern. So muß er sich mit hunderten Berufskollegen in der Stadt um die dreckigen Schuhe der Reichen und mit seinem Schuhputzkasten und vielen Geschwistern mühsam durchs Leben schlagen. So aufgewachsen bleibt dann für ihn, statt einer Lehr- nur eine Kommastelle in der UNO-Statistik für das Analphabetentum Südamerikas.
Die Mütter der Schuhputzer waschen im Gebirgsbach Wäsche. Frauen mit Hut und Zopf und dem Jüngsten im Tuch auf dem Rücken, stehen im kalten Wildwasser. Die bunten wollenen Wäschestücke werden auf einem Felsen mit Seife eingerieben, dann im Bach gespült. Danach wird sorgfältig geschleudert - mit voller Wucht auf einen Stein. Das Kind auf dem Rücken macht jede Bewegung mit. Da fällt ein Hut ins Wasser und will sich in den Strudeln davonmachen. Flugs wird er eingefangen, ohne ihn geht's nun mal nicht.
Die geschleuderten bunten Tücher, Röcke und Ponchos breiten die Wäscherinnen auf der grünen Uferböschung und über große Steine zum Trocknen, willkommene Farbtupfer für unsere Dias.

Ausgemergelt und verdreckt humpelt ein Bus der "Cooperativa Sucre" die Anden herunter. Hinter der Brücke beim Gehöft seiner Gesellschaft wendet das alte Ford-Modello. Nachdem es sich acht Stunden schwer durch die Berge geschunden hat, darf es jetzt eine halbe Stunde verschnaufen. Währenddessen packt man ihm Säcke, Ballen, Kisten und Körbe auf's Dach. Auch ein Bündel Hühner. Mit den Beinen zusammengebunden, an einer Strebe verzurrt, dürfen sie dort oben im frischen Fahrtwind der gesunden Andenluft ihr Gefieder plustern.
Im Cockpit ist Personalwechsel. Wir rumpeln los. Das Blechinventar scheppert, in den abgewetzten Sitzen drücken die Spiralfedern. Das Autoradio funktioniert wieder hervorragend. In den engen Marktgassen gucken wir den Indios auf die Filzhüte. Das Hinterrad fährt nur Zentimeter an ihren Tomatenkörben, Maissäcken oder den kunstvoll getürmten Melonenpyramiden vorbei. An den Sonnendächern der Verkaufsbuden hängen Ponchos und Teppiche, gleich darauf aber auch am Außenspiegel des breiten Ford.
Die alte Indianerin auf der ersten Sitzbank führt einen Sack als Handgepäck mit. Er liegt hinter dem Pilotensitz und schlägt jetzt entsetzlichen Lärm. Auf dem Markt in Cuenca erhandelt, jammert nun herzzerreißend eine junge Ziege vor Heimweh nach den heimatlichen Stall. Der Kommandant unserer seriösen Fuhre befiehlt den Krachmacher auf's Dach, da er keine Ruhe gibt. So viel Ziege und Frau auch meckern, die Geis teilt das Los der Hühner.
In den Bergen nässen die Wolken. Dicke Nebelschwaden umwallen unser Logistik-Unternehmen. Wir sehen genau so wenig wie der Fahrer. Dennoch geht es zügig vorwärts. Wie Leuchttonnen dem Seemann das Fahrwasser markieren, sind auf den Passstrassen der Anden Katzenaugen im Asphalt eingelassen. Diese Metallknöpfe reflektieren das Schweinwerferlicht und markieren die Mittellinie der kurvenreichen Straßen. Unser Fahrer nimmt sie zwischen die Räder, der Gegenverkehr auch! Das sieht man an den hin und wieder an der Straßenböschung aufgestellten Gedenksteinen und Kreuzen.
Der Beifahrer sammelt Geld unter den Passagieren. Alle geben. Gleich darauf hält der Bus für eine Sekunde an einer kleinen Kapelle am Wegrand. Die gesammelten Sucre klimpern auf einer Rutsche in ein Mauseloch im Gemäuer, als Fürbitte, dass unserer Fuhre nicht auch am Berghang ein Kreuz gesetzt wird. Solcherart bei Laune gehalten, führt nun der Heilige Christopherus - oder wer sonst in dieser bergigen Gegend gerade den Kraftverkehr abkassiert – dem Fahrer die Hand und wohl auch das rechte Bein - und wie!
Wir genießen nervengekillert eine halsbrecherische Talfahrt.
Tine und Ralph, in der zweiten Reihe, hinter der Frau mit der Ziege, fahren alle Manöver mit. Sie verbiegen bei Bremsen ihre Trittleiste.
Auf dem Dach poltert es. Dann wird die Heckscheibe geputzt, von außen! Die Tür geht wieder auf. Der Co-Pilot kehrt arg zerzaust zurück. Er hat mal eben bei 80 Sachen die Außenanlagen des Jet inspiziert und sich bei Ziege und Hühnern nach dem Befinden erkundigt. Vorn im Cockpit ist aus Heiligenbildchen, Kunstblumen und buntem Flitter ein kleiner Altar gestaltet.  Beim Bremsen leuchtet darin, mit dem Stopplicht gekoppelt, ein Lämpchen auf. Der Hang der Südamerikaner zum Kicki ist enorm!
Der betagte Ford wird erbarmungslos voran gedroschen. Die Sicht in den Wolken ist miserabel.
Wir überholen talwärts auf den Serpentinen einen fetten Brummer. Urplötzlich tauchen verschwommen die buntschimmernden Umrisse der Festtagsbeleuchtung eines Entgegenkommers auf. Die zerlaufenen bunten Lichtkleckse gewinnen rasch an Schärfe.
Im Altar geht kein Licht an! Tine und Ralph bremsen die Kleintierhalterin aus ihrem Nickerchen, der Fahrer und der Heilige Christopherus aber geben Gas. Mit harten Rudermanövern geht's dann auf der schmalen Serpentine mal wieder hauteng zu. Wir vergessen das Luftholen. Außer auf die Stirn tippen sich nun die Fahrer noch links und rechts auf die Brust. Nach dem unschöneren Brauch unseres Landes tippte man sich jetzt nur an die Stirn, vorausgesetzt, mitten im Herzkollaps bleibt dazu noch Muße.
Wir nehmen bis zur nächsten Kurve die Atemtätigkeit wieder auf und schlingern im Sturzflug zu Tal. In den Ohren knacken die Druckunterschiede. Sandra schwitzt schlafend in ihrem dicken Wollpullover. Sie hat den längst fälligen Garderobewechsel verpennt. Zu den nun geöffneten Fenstern wehen wieder die etatmäßigen feuchten paarunddreißig Grad der Tiefebene herein; plötzlich aber auch beißender blauer Rauch. Dieser gibt Grund zum Anhalten. Der gemarterte Bus qualmt aus allen Knopflöchern. "La maquina infernale" zischt und glüht.
Während der rauen Behandlung hat sie sich zum Zweitaktmotor umkonstruiert und ihr gesamtes Schmieröl in die Andenluft gepufft.
Eine imponierende blaue Rauchfahne ziehend, krückt der Ford noch bis zu einer nahen Kreuzung. Dort kühlt er sicher heute noch sein überhitztes Gemüt. "Rette sich wer kann" entnehmen wir dem spanischen Schluchtendialekt der Besatzung. Die Indianerin birgt eigenhändig ihren Kleintierbestand vom Peildeck des Wracks.
Wir versuchens mit Trampen. Ein Bus des Konkurrenzunternehmens "EL ORO" der Linie Guayaquil - Machala pickt uns aus den Staub der Straße. Die restlichen Passagiere verharren am Wrack. Sie können das Fahrgeld für die verbleibenden 150 Kilometer nicht noch einmal aufbringen.
Ein Taxi aus Machala bringt uns zur Gangway unseres Schiffes. Wir sind wieder auf unserer angestammten Höhe von null Metern.
Inzwischen haben fleißige Menschen die THEODOR KÖRNER gelöscht und wieder beladen. Noch in der Nacht holen wir den Anker aus dem Schlamm des Jambeli und kehren mit 3200 Tonnen Bananen, einer Grippe, zwei Schnupfen und anderen schönen Eindrücken nach Rostock zurück.